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Echt BodenseeCard - Nein Danke !

Gäste und Vermieter
wehren sich gegen die
Zwangseinführung eines Bürokratie-, Datenklau- und Subventionsmonsters

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"Echt Bodensee Card" – Fakten-Check

 

„Echt Bodensee Card“ – Fakten-Check
Stand: März 2017

Fakt 1: Unsere Gäste brauchen keine EBC und sind nicht bereit 1 € mehr pro Übernachtung zu zahlen.

Aussage der Betreiber: 22 Ferienregionen Deutschlands ermöglichen ihren Gästen durch besondere Mobilitätsangeboe mit Bus und Bahn einen autofreien Urlaub. Rund die Hälfte aller Übernachtungsgäste möchten laut repräsentativer Marktforschungsstudie aus dem Jahr 2014 den ÖPNV nach Einführung der EBC im bodo-Verbundgebiet nutzen. Ein Preis von 1 € wird von 63 % der Gäste als angemessen, aber noch günstig, empfunden.

Klarstellung: Keiner stellt diesen Ansatz in Frage. Keiner ist gegen so ein umlagefinanziertes Projekt. Pilot und Modell war vor 11 Jahren die Schwarzwald Tourismus GmbH mit dem KONUS-Ticket - ohne RFID, ohne aufwändige technische Kartenkontrolle in den Bussen und Bahnen, mit einer pauschalen Vergütung von lediglich  45 Cent pro Gast/Nacht (ab 6 Jahre).

Und dabei ist der überwiegende Teil dieses Projektes

  • weder verpflichtend für alle Gastgeber, vielmehr haben sie die Wahl.
  • selbst wenn ein ganzer Ort mit allen Vermieter teilnimmt, ist nirgends der

   Einsatz eines elektronischen Meldewesens zwingend vorgeschrieben.

Alle vergleichbaren Projekte bewegen sich bei den Kosten der Umlage pro Nacht bei 30 - 45 Cent, und nicht bei 1 € wie im Bodenseekreis. Die meisten Projekte haben eine pauschale Vergütung und operieren mit Papiertickets mit Barcode (s.u.*). Die reinen Verwaltungskosten belaufen sich in der Regel auf 1 - 3 Cent pro Gästeübernachtung und nicht auf horrende 25 Cents wie bei der EBC.

Die SPD Fraktion hatte im Kreistag gerügt, dass dem Kreistag als Entscheidungsträger der Einblick in das Gutachten von Customer Research verwehrt wurde. Dennoch stimmte die SPD Fraktion der Darlehensfinanzierung von 1,2 Mio zu.
Wie kann man Seitens der Genossen einer Darlehensfinanzierung zustimmen, wenn man keinen Einblick in die Berechnung hat? Jeder ordentliche Kaufmann schaut sich, bevor dieser sich in ein nicht kalkulierbares Abenteuer einlässt, die Vertragsbedingungen an. Hier hat der gesamte Kreistag in unverantwortlicher Weise gehandelt. Wer überprüft die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise des Landrats???

Die meisten Projekte satteln auf dem Meldewesen auf (egal ob elektronischer Meldeschein oder die bisherigen manuellen Gästeblätter) – und nicht umgekehrt wie bei der EBC. Die Bereiche Meldewesen/Gastanmeldung und Gästecard sind aus Datenschutzgründen klar getrennt und bestehen aus zwei unterschiedlichen Softwaresystemen.

 

Fakt 2: Die Chipkartentechnologie ist veraltet. Bar- und QR-Code sind der heutige Stand der Technik.

Aussage der Betreiber: Die Technologie der EBC (Chipkarte) ist von der Ausstattung des Verkehrsverbundes bodo vorgegeben. Diese basiert auf dem zukunftsfähigen, bundesweiten Branchenstandard (eTicket Deutschland). Perspektivisch wird die EBC auch auf NFC-fähigen Smartphones verfügbar sein.

Klarstellung: Barcode-Karten sind deutlich günstiger. Sie können im Print@Home-Verfahren gedruckt werden und sie können auf Handy-Displays gut dargestellt und gelesen werden. Integration von externen Voucher und Gutscheinen ist damit an der vorhandenen einfachen und kostengünstigen Barcode-Leseinfrastruktur möglich.

Die pauschale Kostenverrechnung braucht keine streckenabhängige Berechnung (Check-in / Check-out Verfahren). Der Einsatz der teuren Chipkarten nutzt nur bodo, nicht dem Tourismus  - und verkompliziert die Prozesse beim Vermieter und bei den Gästen (Zwang zur Rückgabe der Karten, Pfandsystem beim Vermieter...). Erwiesenermaßen funktionieren Systeme auf Papier- und Barcode-Basis schon seit vielen Jahren in großen überregionalen Projekten kostengünstig und problemlos.

 

Fakt 3: Die Schnittstellen-Problematik ist nicht gelöst.

Aussage der Betreiber: Fester Bestandteil des ausgeschriebenen EBC-Systems sind Hotelsoftware-Schnittstellen, über die die Meldedaten aus der Hotelsoftware automatisiert übergeben werden können. Zusätzlich stellt das EBC-System eine Schnittstelle zur Übergabe der Meldedaten an die Gemeindesoftware (Kurtaxe-Abrechnung) zur Verfügung. EBC-seitig entstehen hier keine Kosten für die Gastgeber bzw. die Gemeinde.

Klarstellung: Alle Schnittstellen von Hotelsystemen gab es seit Jahren schon bei diversen Anbietern vom Elektronischen Meldeschein. Diese Schnittstellen müssen alle erneut eingerichtet und bezahlt werden – wie es scheint nicht von der DBT (!?), sondern von den Gemeinden und/oder den Vermietern. Seit Jahren bewährte Prozesse in der Gastanmeldung und Ausstellung der Ortsgästekarten müssen komplett neu aufgesetzt werden, d.h. sie werden künstlich verkompliziert. Alle Prozesse müssen neu geschult werden, obwohl all das nicht notwendig wäre.

 

Fakt 4: Der Datenschutz wurde nicht berücksichtigt.

Aussage der Betreiber: Die EBC ist konzeptionell in Bezug auf den Datenschutz so angelegt, dass nicht nur alle in Deutschland geltenden datenschutzrechtlichen Anforderungen vollständig erfüllt werden, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Anforderungen an Datensparsamkeit und Datensicherheit erfüllt werden können.

Klarstellung: Laut dem Kooperationsvertrag, den die Orte mit der DBT schließen müssen, wird jegliche Haftung auf die Orte und die Vermieter abgewälzt. Der Kooperationsvertrag samt ADV ist hinsichtlich des Themas Datenschutz und angesichts des komplexen Konstruktes und der Datenflüsse Vermieter>Gemeinde>DBT>GEIOS>BODO völlig unzureichend.

 

Fakt 5: Durch die EBC wird der ÖPNV subventioniert.

Aussage der Betreiber: Nein. Der Solidarbeitrag wurde auf Grundlage einer repräsentativen Marktforschungsstudie ermittelt. In die Kalkulation eingeflossen sind zukünftig wegfallende Tarifeinnahmen, Mehrausnutzungseffekte sowie Kapazitätserhöhungen (z.B. der neue Echt Bodensee Bus zwischen Langenargen und Bodman-Ludwigshafen). Ferner wurde der Solidarbeitrag bis zum 31.12.2019 festgeschrieben.

Klarstellung: Bei allen anderen Projekten, die es seit vielen Jahren auf anderer technischer Basis gibt und die damit äußerst erfolgreich laufen, sind die Beträge für ÖPNV und vor allem für den System-Betrieb deutlich günstiger. EBC-Betreiber wollen das 2 - 2,5-fache dessen was branchenüblich ist. Die dortigen ÖPNV-Verbünde sind mit weit weniger zufrieden (s.u.**).

 

Fakt 6: Der Aufwand für die Gastgeber ist viel zu hoch.

 Aussage der Betreiber: Die verpflichtende Anmeldung inkl. Aushändigung der Kurkarte ist bereits heute vorgeschrieben (Bundesmeldegesetz, Satzung). Die generelle elektronische Meldung ist kundenorientierter und reduziert – etwa bei Stammgästen oder via Vorabmeldeschein – den zeitlichen Aufwand beim Gastgeber. Die Aktivierung der EBC erfolgt sekundenschnell. Die EBC ist ein zusätzliches Verkaufsargument für alle Beherbergungsbetriebe – und zwar kostenfrei.

Klarstellung: In keinem anderen Projekt werden die beiden Themen "Gastanmeldung / Meldewesen" und "überregionale Vorteilscard nach einem Umlageverfahren" so unzulässig miteinander verknüpft. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, dem Vermieter eine Arbeitsweise mit einer Software aufzuzwingen. Die Vorteile des Verfahrens "Elektronischer Meldeschein" gegenüber dem bisherigen manuellen Verfahren - sofern vorhanden - muss der Vermieter, der damit tagtäglich arbeiten soll, selbst beurteilen. Das Meldewesen und die verbundenen Pflichten des Vermieters hat per se nichts mit dem Ausstellen einer überregionalen Gästekarte zu tun, auch wenn sie mit einem Teil aus der Kurtaxe finanziert werden soll.

 

Fakt 7: Das ganze System ist viel zu teuer.

Aussage der Betreiber: Die darlehensfinanzierte Investition in Höhe von 1,2 Mio. Euro ermöglicht es der DBT - als Unternehmen mit Beteiligung der öffentlichen Hand -, den Partnern der EBC die notwendigen technischen Komponenten (Hard- und Software) kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die solidarische Finanzierung sorgt für eine schrittweise Rückführung des Darlehens und darüber hinaus für das Marketing in den touristischen Quellmärkten.

Klarstellung: Die Ausschreibung war zwischen dem Beratungsunternehmen WIIF, dem Anbieter GEIOS (gleicher Personenkreis) und der DBT von vornherein klar abgekartet. 3 – 4 branchen-bekannte und leistungsstarke Anbieter von derartigen Card-Systemen (mit zahlreichen Referenzen im betreffenden Bereich und schon alle in der Region Bodensee tätig) haben deshalb ERST GAR NICHT ANGEBOTEN! Das war kein fairer Wettbewerb, sondern eine Farce… trotz angeblich korrekter Durchführung und Betreuung durch eine Stuttgarter Kanzlei.

Die Verquickungen von Beratung und Umsetzung (gleicher Personenkreis) sind nicht akzeptabel.

 

Fakt 8: Die Pfandregelung der EBC ist zu aufwendig.

Aussage der Betreiber: Die EBC ist ein wertiges Produkt und kann nicht verschenkt werden. Es obliegt jedoch dem Gastgeber selbst, ob er das Pfand tatsächlich bei Kartenausgabe erhebt oder nur bei Verlust oder Beschädigung (= gängige Praxis bei der Allgäu-Walser-Card, Hochschwarzwald Card).

Klarstellung: Alle anderen Projektbetreiber machen es seit Jahren anders. Hartplastikkarten mit Barcode/QR-Code sind genauso hochwertig und kosten nur einen Bruchteil der RFID-Chipkarten. Karten im Pfandumlauf sehen irgendwann grauslich und völlig zerkratzt aus. Einwegkarten sind wunderbare Werbeträger und können immer wieder neu mit wechselnden Sponsoren-Logos versehen werden zur Refinanzierung der Kosten.

Im Falle EBC: Es ist keine Druck-Personalisierung möglich. Es bleibt nur eine Notlösung mit einer beschreibbaren Hülle, in die die Karten gesteckt werden, oder mit Aufklebern. Es entsteht sinnloser zusätzlicher Verwaltungsaufwand bei den Vermietern für das Inkasso und die Verwaltung des Kartenpfands.

Der Gast muss bei einem frühen Check-out die Karte beim Vermieter abgeben, um sein Pfand zu bekommen. Er kann keine Leistungen/Rabatte mehr auf dem Heimweg nutzen. Das ist nicht kundenfreundlich. Er sollte die Karte den ganzen Abreisetag noch nutzen können. Er hat dafür immerhin indirekt die Umlage bezahlt.

 

Fakt 9: Die Top 10 der BodenseeErlebniskarte sind nicht im Leistungsumfang der EBC enthalten.

Aussage der Betreiber: Doch, da die BodenseeErlebniskarte von den EBC-Gästen zum Vorzugspreis erworben werden kann. Im Übrigen sind auch Schifffahrtsangebote sowie mehr als 100 weitere Leistungen mit Preisvorteilen bei der EBC enthalten.

Offene Fragen: Wie hoch ist der Rabatt konkret? In %?

Was soll eine umlagefinanzierte Karte bringen, mit der der Gast dann erst nochmal eine Kaufkarte mit ein paar % Rabatt erwerben muss???

 

Fakt 10: Die Gastgeber und Leistungserbringer wurden zu wenig in die Projektentwicklung einbezogen.

Aussage der Betreiber: Zur Einbeziehung aller Beteiligten fanden in den letzten 2 Jahren in allen Gemeinden und relevanten Gremien (Gemeinderat, IHK, VTWB, Dehoga, Vermieterversammlungen etc.) kontinuierlich Informationsveranstaltungen statt. Darüber hinaus sind sowohl im DBT-Fachbeirat als auch im EBC-Arbeitskreis Vertreter der Gemeinden, Gastgeber, Leistungserbringer und Verbände einbezogen. In Abstimmung mit den 4 Startgemeinden wurde zusätzlich ein EBC-Beirat gegründet, in dem seit der Einführungsphase im Herbst 2016 Gastgeber aus den Gemeinden Mitglied sind.

Klarstellung: Diese sogenannten Informationsveranstaltungen glichen, eine wie die andere, reinen Verkaufsveranstaltungen. Kostengünstigere Alternativen (z.B. VHB Karte aus dem Landkreis Konstanz) wurden gar nicht aufgezeigt. Gastgeber und Leistungserbringer wurden schlichtweg übergangen. "Der Kuchen ist gut! Ihr habt eine höhere Kurtaxe bei Euren Gästen einzuziehen und Ihr habt einen Rabatt zu gewähren. Basta und Ende der Diskussion!"

EBC-Beirat??? Wer hat das entschieden bzw. die Mitglieder ausgesucht? Forum Langenargen, Hagnauer Zimmervermieter, die zwei einzigen Hotels in Sipplingen im EBC-Beirat??? Keiner hat sie gefragt!!!

Fakt ist: Es wird über die Köpfe derer entschieden, die Leistung erbringen müssen. Wer kritisch seine Stimme erhebt und die Missstände beim Namen nennt ist ein Querulant, Störenfried und Verschwörungstheoretiker. Öffentlich wird undemokratisches Verhalten vorgeworfen oder man wird, wie zuletzt bekannt wurde, öffentlich als Lügner diffamiert.

 

(*) so bei KONUS, bei HATIX, bei Guti etc. - siehe dort:

HATIX im Ostharz     http://www.hatix.info[http://www.hatix.info/

Guti-Ticket im Bayrischen Wald
http://www.bayerwald- ticket.com/guti/

Rennsteig-Ticket im Thüringerwald
http://www.bus-bahn-thueringen.de/tickets_tarife/rennsteig-ticket/

siehe auch:
https://regiowiki.pnp.de/index.php/G%C3%A4steservice_Umwelt-Ticket

VHB Ticket am westlichen Bodensee
KONUS im Schwarzwald (als erstes Projekt dieser Art – alle anderen haben den Ansatz kopiert!!)

 

(**) ÖPNV-Anteile pro Gast-Übernachtung von: HATIX = 0,30 € / GUTI = 0,31 € / KONUS = 0,45 €



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