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Echt BodenseeCard - Nein Danke !

Gäste und Vermieter
wehren sich gegen die
Zwangseinführung eines Bürokratie-, Datenklau- und Subventionsmonsters

I have a Dream

 

25.07.2016

I have a Dream

 

in diesem Traum haben sich die Großen, sozial Starken schützend vor die Kleinen, sozial Schwachen gestellt.

Ich bin sehr glücklich, dass ein Teil meines Traumes Wirklichkeit geworden ist.
Und Sie werden es vielleicht nicht glauben können, dieser Traum habe ich der EBC zu verdanken.

Vielleicht kurz zum Verständnis für Sie und der anderen Leser dieses Schreibens:
Mein erster persönlicher Kontakt mit der EBC hatte ich im Februar d.J. bei einer Info-Veranstaltung der IHK in Weingarten.
Bis zu diesem Tag war ich eigentlich der Meinung, dass ich der Einzige bin der wirklich negativ betroffen ist. Mehr als überrascht war ich, als die sogenannten Top 10, einer nach dem anderen aufgestanden ist und lauthals auf die Art und Weise geschimpft hat, wie diese Karte, ungefragt und auf Kosten anderer, eingeführt werden soll.
Beeindruckend war auch wie Herr Michael Jeckel sich erhebt und in seiner typischen, fast schon vulgär anmutenden Art die Einführung dieser Karte lobt. Wenn ich persönlich auch der Meinung bin, dass „unser Micha“ lieber Bier im Galgenhölze verkaufen und sich nicht in Betriebe einmischen sollte, von denen er keinerlei Berufserfahrung hat, so hat er doch etwas sehr interessantes gesagt. Finanzierung über die Fremdenverkehrsabgabe!
So könnt ihr alle besteuern. Vom Handwerker, über den Einkaufsladen bis zum Arzt und Anwalt. „D hond doch alle ebs d vo und den solle sii au zahle!“ Wer „unseren Micha“ schon mal reden gehört hat, der kann sich sicherlich gut vorstellen, wie das geklungen hat.
Am 18.04.2016 war ich bei der Vermieterversammlung in Uhldinger Feuerwehrhaus.
Was ich dort erlebt habe, war mehr als nur frustrierend. Bei dieser „Verkaufsveranstaltung“ waren kritische Fragen, ganz klar, überhaupt nicht erwünscht.
Abgesehen davon sei ja alles schon beschlossen Sache.
Gleich am nächsten Tag wurde ich auf offener Straße von einer Vermietern angesprochen. Sie musste einfach ihren Frust und ihre Ohnmacht bei jemanden loswerden. „Mit uns Kleinen kann man es ja machen. Wir können uns halt nicht wehren.
Wie es uns geht ist denen doch völlig egal. Die nehmen keine Rücksicht auf uns.“ Und so weiter. Ich hab mir das brav angehört und mir tat die alte Dame richtig leid.
Mein nächstes Schlüsselerlebnis war der Kontakt zu Meersburger Wirten und Gemeinderäte. Es hat mir wirklich sehr gut getan, wie die sich um mich und meine Sorgen gekümmert haben. Auf meine verwunderte Frage, warum sie sich diese Mühe machen, wo z.B. in einem preislich hoch angesiedelten Hotel in Meersburg 3,00 Euro mehr pro Gast und Nacht doch keine Rolle spielen sollten, habe ich zur Antwort bekommen:

  1. Wir verkaufen Qualität und diese Karte können wir unserer anspruchsvollen und kritischen Kundschaft nicht anbieten, ohne Gefahr zu laufen unsere Qualität in Frage zu stellen.
  2. Es gibt in Meersburg viele kleine Vermieter die sich nicht wehren können und wir, als große Hoteliers, haben die Pflicht uns vor die kleinen Beherberger zu stellen und sie zu schützen.

Die Meersburger hatten mich auch zu ihre Gemeinderatssitzung 03.05.2016 eingeladen. Auf Antrag wurde, ohne Diskussion, sofort abgestimmt, ob die Absichtserklärung zur Teilnahme an der EBC unterzeichnet werden soll, mit dem Ergebnis: 16 Stimmen Nein, 2 Enthaltungen, 0 Ja-Stimmen.  
Der anschließende Jubel und das Applaudieren der anwesenden Solidargemeinschaft bleibt mir unvergessen. An diesem Abend bin ich tief beeindruckt nach hause gefahren
und hab mich gefragt: Warum gibt es so eine tolle Gemeinschaft nicht in Uhldingen?

In Uhldingen hatte sich zwischenzeitlich eine Unterschriftenaktion gegen die Teilnahme an der EBC etabliert, die in nicht einmal zwei Wochen über 100 Unterschriften von Vermietern gesammelt hatte. Aber die Großen waren nicht dabei. Ich durfte in Folge an einer Wirte Versammlung teil nehmen. Auch dieser Nachmittag wird mir unvergessen bleiben. Ich kleiner Campingplatzbetreiber durfte mit der Elite der Uhldinger Hoteliers an einem Tisch sitzen. Die wenigsten davon kannte ich damals persönlich.
Ich hab ihnen mit zittriger Stimme von meinem Erlebnis mit der älteren Dame und dem erlebten Gemeinschaftsgefühl mit den Meersburgern erzählt. Ich hab sie gefragt, ob es den in Uhldingen nicht möglich ist eine solche Solidargemeinschaft zu haben? Und ich hab sie, die sozial Starken, an zu ihrer Verantwortung gegenüber den kleinen Vermietern, die sich nicht helfen können, ermahnt.
Zu meiner allergrößten Überraschung haben alle Anwesenden unterschrieben und sich gegen die EBC ausgesprochen.

In Uhldingen hat sich seit diesem Tag eine Solidargemeinschaft gebildet, die ihres gleichen sucht. Die Großen stellen sich tatsächlich vor die Kleinen.

Herr Metzler, wenn sie jetzt genau dieses Solidargemeinschaft angreifen, z.B. mit ihrer Bemerkung über die Autokennzeichen der Gäste vor dem Hotel Birkenmayer, dann ist ihnen sicherlich nicht bewusst, was für einen persönlichen Imageschaden sie für sich anrichten. Ihr Beispiel vom Gast der mit dem Rad nach Lindau fährt und dann kostenlos mit dem Zug wieder zurück ist so falsch wie unangebracht. Erstens fährt der Gast nicht um sonst mit dem Zug zurück, schon gar nicht mit seinem Fahrrad im Gepäckwagen, zweitens sollte der Einheimische, der zum Arbeiten fahren muss, merklich im Geldbeutel entlastet werden und nicht zu allererst der Tourist. Letzterer fährt freiwillig in den Urlaub und leistet sich das, was er vorher in seiner Arbeitszeit dafür erspart hat. Es ist ein riesen Ärgernis und ökologisch eine unverzeihbare Sünde, dass es billiger ist mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren als mit dem ÖPNV.

Dass eine immer höher steigende Kurtaxe zu tiefst unsozial ist, das leuchtet auch einfacheren Gemütern ein. Es kann und darf nicht sein, dass, egal ob arm oder reich, zu Fuß, mit dem Rad oder Auto unterwegs, alle pro Nacht mit der gleich hohen Kurtaxe belastet werden.

Der einzige Ausweg aus dieser Misere ist die Abschaffung der Kurtaxe und, wie von Michale Jeckel angeregt, die Besteuerung über die Fremdenverkehrsabgabe. Das hat tatsächlich den Vorteil, dass alle direkten und indirekten Verdiener an dem Tourismus, herangezogen und nach Gewinn besteuert werden können.
Quasi als Beifang, würde ein Großteil der Verwaltungskosten für die Kommune entfallen, das sich wiederum Beitrag senkend auf die einzelnen Steuerzahler auswirken müsste.

Der ÖPNV darf nicht einseitig nur für die Touristen gefördert werden. Für die Einheimischen müssen die gleichen Bedingungen wie für die Touristen gelten. Alles andere ist zutiefst unsozial und im Endeffekt  auch zutiefst unmoralisch. Für den sozialen Frieden zwischen Touristen und den Einheimischen, die nicht einmal indirekt etwas vom Tourismus haben, ist diese Entwicklung nicht förderlich.

Sie sollten sich diesbezüglich einmal mehr mit dem Bürger Peter Groß aus Uhldingen-Mühlhofen und seinen Lösungsvorschlägen auseinander setzten. Herr Groß ist übrigens kein Gastgeber.

Lieber Herr Metzler, in einem Ihrer Schreiben an Herrn Birkenmayer ist zu lesen, dass die TI jedes Jahr in ein Defizit gerät. Dieser Umstand ist allgemein nicht unbekannt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Tourismus kein Geld einbringt. Ganz im Gegenteil.
Das hat damit zu tun, dass z.B. über die TI tourismusferne Leistungen steuermindernd abgerechnet werden. Zu diesen steuerlichen Winkelzügen kann man stehen wie man will, es rechtfertig aber auf keinen Fall den Gastgebern die Schuld dafür zu geben.
Wir hatten uns darüber auch schon an einem von mir genannten Beispiel unterhalten.
Im persönlichen Gespräch haben Sie mir dann auch selbst gesagt, dass Sie, nach allen den Jahren als Gemeinderat, immer noch nicht richtig verstehen wie die TI abrechnet und betreffend zur EBC Sie mehr Fragen wie Antworten haben.

Die einzige Lösung aus dieser Miesere ist es, dass die Hauptzahler federführend für die TI tätig werden. Sie sind es die über Jahrzehnte beweisen wie man gewinnbringend einen Betrieb führt.

Meine Lösungsansätze mögen im Moment noch zu frisch und zu neu sein aber
sie sollten es doch Wert sein, dass darüber diskutiert wird.

Bei allen Emotionen die ich aus Ihren Schreiben heraus lese, sollten wir doch auch wieder zu einem sachlichen Dialog zurück finden.

Es ist natürlich schade, dass für Montag, den 25.07.2016, das Abstimmungsergebnis schon im Vorfeld auf der Gemeindeseite so veröffentlicht wurde, dass es keinen Zweifel am Ergebnis mehr gibt. Die Aussage von Landrat Wölfle, dass er die EBC ohne Wenn und Aber durchsetzten will, hilft dem Demokratieverständnis in der Bevölkerung leider auch nicht weiter.

Bei besonnener Überlegung müsste alleine das schon zu einer Gegenstimme oder zumindest zu einer Enthaltung führen.

Ich hoffe, dass wir zu dem Dialog zurückfinden, den wir bereits gemeinsam erfolgreich geführt haben und dass die Kraft und die Stärke der Sozialstarken für die Sozialschwachen in dieser Gemeinde auch von Ihnen positiv aufgenommen und zu einem Ergebnis geführt wird, mit dem alle zufrieden leben können.

 

I have a dream today!

 

Manfred Maier



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