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Echt BodenseeCard - Nein Danke !

Gäste und Vermieter
wehren sich gegen die
Zwangseinführung eines Bürokratie-, Datenklau- und Subventionsmonsters

Echt Bodensee Card (EBC)

- Positionierung des

Ferienwohnpark Immenstaad

 

Echt Bodensee Card (EBC) - Positionierung des Ferienwohnpark Immenstaad


An die Gemeinderäte der Gemeinden Hagnau, Uhldingen-Mühlhofen und Überlingen!


Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,


Sie haben bald eine sehr weitreichende Entscheidung zu treffen, bei der es gilt die Chancen und Risiken sehr besonnen abzuwägen. Es geht um nicht weniger als die zukünftige Vermarktung der internationalen Bodenseeregion.


Kurz ein paar Worte zu meiner Person. Ich bin 36 Jahre alt (also im besten "digitalen" Alter) und geschäftsführender Gesellschafter der familieneigenen Ferienwohnpark Immenstaad Verwaltung GmbH. Mit fast 10.000 anreisenden Personen und etwa 70.000 Übernachtungen sind wir der größte Vermieter in der Bodenseeregion.


In den letzten Monaten und Wochen ist sehr intensiv über die Einführung der EBC informiert und diskutiert worden. Ich möchte hier weder die Inhalte, noch die Art und Weise kommentieren oder gar bewerten, allerdings sehe ich es als meine Verpflichtung an, Ihnen einen neutralen und sachlichen Blick auf die EBC zu geben. Sie können davon ausgehen, dass gerade der Ferienwohnpark Immenstaad jedwede sinnvolle Kooperation zum Vorteil der Vermarktung unterstützt. Aus diesem Grund haben wir uns sehr tiefgründig mit der geplanten Gästekarte beschäftigt und auf allen Ebenen intensive Gespräche geführt, um auszuloten inwiefern für die Region, aber auch für uns ein Vorteil entstehen kann.


Die Kardinalfehler der EBC sind die fehlende Einbindung von Leistungsträgern und Vermietern, das unnötig teure Abwicklungssystem und die daraus resultierende Systemabhängigkeit, die mangelhafte Kommunikation, die fehlende Transparenz, sowie die Stärkung der Kirchturmlösung DBT.


(von Seiten der DBT werden aus reinem Eigeninteresse gegenteilige Aussagen getroffen)
Die DBT verweist sehr gerne auf andere touristische Regionen, um zu verdeutlichen wie rückständig die Bodenseeregion ist. Dies ist ein Affront an uns alle, die in letzten Jahrzehnten äußerst erfolgreich und fleißig gearbeitet haben. Als Beispiele werden immer wieder der Schwarzwald oder das Allgäu herangezogen, wobei beide Regionen weder von ihrer touristischen Ausprägung noch von der dort platzierten Gästekarte für einen Vergleich taugen.
Aus diesem Grund habe ich einen Informationsausflug zur Schwarzwald Tourismus GmbH (STG), einer dort örtlichen Tourist Information und einem Vermieter organisiert. Es war für mich nicht vorstellbar, dass etwas im Schwarzwald so gut funktioniert und hier am Bodensee die überwiegende Mehrheit der Vermieter und Leistungsträger dagegen ist. Letzte Woche war dann eine Delegation von Vermietern, der Tourist Information Immenstaad und ein Vertreter der IBT GmbH vor Ort. Wir alle waren sehr beeindruckt.


Die KONUS-Karte ist so ein großer Erfolg, weil alle Beteiligten davon profitieren. Die Grundlage hierfür ist das KISS-Prinzip - Keep it simple and smile. Eigentlich sollten Sie als Entscheidungsträger im Vorfeld der Beschlussfassung sich einen Eindruck hiervon machen!
Derzeit werden von Seiten der DBT und das Landkreises verzweifelt Versuche gestartet, die Zustimmung der noch ausstehenden Seegemeinden zu bekommen. Es wirkt fast schon etwas lächerlich, wie auf die Schnelle der EBC-Bus eine Woche vor den entscheidenden Sitzungen die noch offenen Gemeinden anfährt, der Landrat der Stadtratssitzung in Überlingen beiwohnt oder die von Herr Feustel/WIIF bzw. Herr Heß/DBT die Anlagen zu Ihrem Beschlussantrag angefertigt worden sind.


Bereits sehr früh haben die Gemeinden Immenstaad, Meersburg und Kressbronn sich gegen die Einführung der EBC entschieden. Die Gründe hierfür sind keinesfalls eine Aversion gegen die Einbindung des ÖPNV in das Gästeangebot oder die Einführung der elektronischen Gästeanmeldung. Jedoch haben sich hier die Räte und Vermieter vor der Abstimmung zur Absichtserklärung sehr umfangreich mit der EBC auseinandergesetzt und gemerkt, dass eine Gästekarte in der geplanten Form nicht funktionieren kann. Sehr enttäuschend war für alle, dass die angebrachten Kritikpunkte im besten Fall nur zur Kenntnis genommen worden sind.
Sollte die EBC in der geplanten Form eingeführt werden, hat das für die gesamte Bodenseeregion weitreichende negative Folgen. Der Tourismus und die Gemeinden begeben sich in eine Systemabhängigkeit mit Dienstleistern, wie z. B. BODO oder die DBT, die eine zukünftige freie Entscheidung ausschließen. Als ein Beispiel möchte ich hier die Refinanzierung der von Seiten der DBT verlangten Gebühr verlangen. Diese Gebühr soll über eine Anpassung der Kurtaxe auf die Gäste umgelegt werden. Ich habe mir beispielhaft den Kooperationsvertrag zwischen der DBT und der Stadt Überlingen angeschaut. Es ist wohl jedem klar, was im Jahr 2020 passiert. Wir geben hier das Zepter aus der Hand.


Interessant finde ich die Aussagen unseres Landrats Wölfle. Er bezieht sich immer wieder auf den einstimmig gefassten Beschluss des Kreistags. Ich habe größte Zweifel, dass auch nur ein einziger Mandatsträger wusste, worum es im Detail geht. Dies hat sich in Gesprächen mit einzelnen Kreisräten auch bestätigt. Zudem wirkt es doch ein wenig fremd, wenn im Vorfeld der Beschlüsse in Ihren Gremien, die Aussage getroffen wird: "Die Karte wird eingeführt - ohne Wenn und Aber."


Hier geht es nicht bloß um die Entscheidung, ob der Einführung einer Gästekarte mit ÖPNV zugestimmt werden soll. Sie entscheiden, wie die Bodenseeregion zukünftig vermarktet werden soll. Wollen wir eine Kirchturmlösung? Oder packen wir es richtig an und stärken die seit vielen Jahren erfolgreich arbeitende IBT. Es ist unfassbar, dass seit Gründung der DBT die Hälfte der Mittel für die IBT gekürzt worden sind. Zudem werden die großen Projekte abgezogen, sodass wahrscheinlich in 2018 sogar die wichtige CMT-Messe nicht mehr von der IBT durchgeführt werden wird. Wir dürfen nicht zulassen, dass die einzige Dachorganisation am Bodensee, wo alle Landkreise, Kantone und Bundesländer rund um den See, sowie auch die wichtigsten Leistungsträger vereinigt sind, abgewickelt wird. Und genau das wird passieren, sollte sich die DBT etablieren. Es gilt vielmehr innerhalb der IBT Strukturen zu schaffen, um die Bedürfnisse der einzelnen besser zu berücksichtigen. Hier muss die Politik ansetzen!
Jetzt haben wir noch die Möglichkeit, den richtigen Weg zu gehen.


Ich möchte Ihnen nun noch abschließend ein paar Zeilen schreiben, damit Sie die Inhalte der Anlagen zum Ratsbeschluss richtig einsortieren.


Die Anlagen der Firma WIIF wirken geradezu bizarr, da Herr Feustel nicht nur die Funktion des Beraters hat, sondern gleichzeitig auch noch die Firma GEIOS besitzt, welche bereits in KW 27 die Ausschreibung der DBT gewonnen hat, um die Gästekarte technisch umzusetzen. Eine unglaubliche Situation!


In den Anlagen wird zudem bewusst gelogen, so zum Beispiel bei der Zeitangabe des Scanvorgangs. Hier wird der QR-Code-basierte Vorgang mit acht Sekunden angeben. Sie kennen diesen Vorgang aus dem täglichen Leben, wenn Sie im Supermarkt an der Kasse stehen. Auch hier werden Sie, liebe Räte, ganz bewusst in die Irre geführt.


Ein weiteres interessantes Textstück aus den Informationen der DBT ist der Umstand, dass die Gemeinden 5,- € pro Chipkarte bezahlen sollen. Der Herstellungspreis ist lt. DBT mit 2,70 € angegeben. Dieser hohe Betrag resultiert daraus, dass zusätzlich zum ÖPNV-Chip der Chip der Allgäu-Walser-Karte in der EBC enthalten sein soll. Dieser Zusammenhang erschließt sich mir nicht, schließlich geht es doch um das Marketing der Bodenseeregion. Nicht zu vergessen ist das Fehlen der rechtlichen Grundlage für die Kostenweitergabe an die Vermieter, auch wenn diese Information so von der DBT mitgeteilt wird. Laut Ausschreibung sind bis 2021 bis zu 500.000 Gästekarten geplant, was konkret bedeutet, dass die Kommunen mit 2,5 Millionen € Mehrbelastung zu rechnen haben. Das erklären Sie dann mal den Einwohnern!


Aber dass die DBT es mit der Vermarktung nicht ganz so genau nimmt, kann man auf der Facebook-Seite von Herr Heß sehen. Über den TV-Kanal "Echt Bodensee TV", der bei sonnenklar.tv zu sehen ist, wird ein Hotel auf der Insel Reichenau (LK Konstanz) beworben...
Die Gemeinderäte in Immenstaad, Meersburg und Kressbronn haben sich u. a. auch aus diesen Gründen gegen die Teilnahme an der EBC entschieden.


Helfen auch Sie mit, die Tourismusregion Bodensee weiterzuentwickeln. Ein "Nein" zur EBC in der geplanten Form hilft uns allen. Nur gemeinsam können wir hier etwas erreichen. Wir müssen die Entscheidungsgewalt wieder zurück in die Kommunen holen und dürfen uns nicht vom Landkreis per Dekret um unser tägliches Brot bringen lassen. Ein politisches "Nein" aus den Reihen der Kommunen bringt uns überhaupt an den Verhandlungstisch und vermeidet eine Klagewelle von Seiten der Vermieter.


Ach ja, wer in der Zeitung den Bericht zur Wirtschaftsförderung Bodenseekreis gelesen hat, weiß um die wirkliche Meinung des Landkreises über die Gemeinderäte...


Mit freundlichen Grüßen


Jochen Kirchhoff
Ferienwohnpark Immenstaad



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